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....in den Alpen

In diesem Jahr hatten wir Großes vor! So zog es uns also gen Süden in die Region Zillertal/Tuxertal. Man mag es kaum glauben, aber es war wirklich unser erster Hochgebirgs-Wander-Urlaub. Dementsprechend war auch ich etwas nervös: War die Vorbereitung ausreichend, sind die Touren passend gewählt? Schließlich war ich ja nicht nur für mein Wohlbefinden verantwortlich, sondern auch für die aktuelle und künftige Begeisterung meines jungen Begleiters. Fazit vorab: Ja, es hat alles gepaßt!

Unsere Erste Tour führte uns in den Zillergrund. Ziel war für uns Plauener natürlich die Plauener Hütte. Mit dem Bus düsten wir erst mal bis nach Bärenbad, wo wir so ziemlich die Einzigen waren, die ausgestiegen sind... Auf 1450m nahmen wir behende den Aufstieg in Angriff. Auf einsamen Wegen durch Wälder und frei grasende Kuhherden näherten wir uns der gigantischen Wand des Zillergrundspeichers, und über den Edersteig langten wir dann auf dessen Krone an. ”Au Backe” war da was los, Herden von busfahrenden Sandalenträgern wollten so auch ihr kleine Gebirgsabenteuer erleben. Unbeeindruckt davon, zogen wir stoisch unsere Bahn und je schmaler und anspruchsvoller der Weg wieder wurde, so veringerte sich die Zahl unserer Begleiter, und wir konnten alsbald wieder die Schönheit und Ruhe der Natur genießen. Doch der Aufstieg forderte auch von uns seinen Tribut, in ungewohnter Höhe verlangsamten sich unsere Schritte Meter für Meter. Bis wir uns in ein gemäßigtes Bergtempo eingependelt hatten, brauchte es einige Zeit der Gewöhnung. Am Ziel des Tages, auf 2363m, belohnten wir uns dann mit einem sprizigen “Johann” und einer ausgiebigen Rast. Entspannt genossen wir die atemberaubende Aussicht im schönsten Alpensonnenschein, ehe wir uns an den Abstieg machten. Ein Blick zurück: “Ja wir waren wirklich dort oben!”

Auf Grund der Wetterlage, welche die nächtlichen Gewitter mitbrachte, änderten wir unsere Tourenplanung etwas und gingen diesen Tag etwas “kleiner” an. Den Bus als steten Reisebegleiter nutzend, fuhren wir bis Hintertux, und landeten mit dem Lift auf 2100m, über den Wolken, auf der Sommerberg Alm. Der kurze Aufstieg zum Tuxer Joch Haus ließ uns dann auf ungefährliche Weise erleben, wie schnell hier das Wetter wechsel kann. Binnen weniger Minuten hatte eine aufkommende Brise die Wolken zu uns heraufgeschoben, Sicht gleich null! Was auf dem gut ausgebauten Familienwanderweg aber kein Problem darstellen sollte. ’ne halbe Stunde später drehte der Wind und alle Wolken zogen sich zurück, als wäre nix gewesen... Von der Passhöhe des Tuxer Jochs (2310m)  konnten wir dann aufpassen, wie die Sonne nach und nach die Wolken verschwinden ließ. Dann ging es abwärts ins Weitental, wo unser Weg durch fantastische Hochgebirgswiesen führte. Unterwegs fiebte uns dann, ohne Scheu vor uns Menschlein,  ein kleiner Frechdachs an. So sahen wir auch unser erstes Murmeltier, und das noch Face to Face. Vorbei am Schleierwasserfall trotteten wir, im schönsten Sonnenschein zur Bichlalm, auf 1695m noch mal eine Rast und dann weiter hinunter, wo Bus und Hotelpool schon auf uns warteten.

Nach einem verregneten Tag, den wir zum Erholen, Lesen und Entspannen nutzten, nahmen wir unsere nächste Tour in Angriff. Ewiges Eis lockte uns zum Tuxer Gletscher. Diesen erfuhren wir uns ganz gediegen mit drei Seilbahnen, und standen auf 3288m in kurzen Hosen und Wandertretern in Schnee und Sonnenschein. Doch wir waren ja zum Wandern hier, also eine Bahn zurück und dann marsch. Vom Tuxer Ferner Haus (2660m) tippelten wir hinab zur Spannagel Höhle. Immer wieder faszinierend, welch fantastische Formen das Wasser in die Felsen waschen kann. Der Besuch endete für uns noch mit einer Überraschung, denn unser Führer wußte sogar wo wir zu Hause sind, da er auf dem Weg zu seinem Kumpel an der TU Freiberg, schon ab und an die Syrauer Drachenhöhle besucht hat. Weiter abwärts verließen wir dann die breite Piste und schlängelten uns auf  dem schmalen Pfad zur Sommerberg Alm. Nach einem leckeren Eis, stürzten wir uns den Wasserfallweg hinab ins Waldleben. Das dort gesehene war echt beeindruckend. Wenn man sich überlegt, welche Wassermassen nötig sein müssen, um solche Täler zu formen und die dortigen Gesteinsmassen zu bewegen, dann steigt der Respekt vor der Natur gewaltig. Vorbei an Schraubenfall und Kesselfall, die filigranste Formen in und durch die Felsen fräsen, landeten wir auf 1500m wieder in Hintertux und düsten mit dem Bus zurück.

Am folgende Tag durfte sich auch unser Auto wieder mal bewegen. Über den Gerlospass und durch den Felbertauerntunnel fanden wir uns  in Matrei in Osttirol, um einen älteren Herrn zu besuchen, der in seinem langen Leben, das ein oder andere schöne Bild erstanden hat. So waren wir unter Anderem, in der glücklichen Lage in Österreich ein Bild das Vogtlandmalers Paul Söllner zu sehen. Der Rückweg hielt dann noch ein anderes kleines Abenteuer für uns parrat: Die Großglockner-Hochalpenstraße. Eine Gewitterfront im Nacken, die sich von Süden her zusammenbraute, mahnte uns zur Eile. Dennoch liesen wir uns den Abstecher zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe nicht nehmen. Über nicht enden wollende Serpentinen schlängelten wir uns durch die Berge. Machten hier und da mal einen Fotohalt und landeten schließlich auf der Nordseite des Masivs. Ein wunderschöner Tag mit einem kleinen Wermutstropfenund der festen Überzeugung: Beim nächsten mal aber ganz sicher nicht ohne Motorrad!

Auf unserer Abschlußtour zeigten sich die Alpen noch mal von ihrer schönsten Seite, Sonnenschein so weit das Auge reicht. Start war auf der Eggalm, begleitet von zwei norwegischen Wanderern aus unserem Hotel stapften wir schnaufend den steilen Anstieg zur Grüblspitze (2395m) hinauf. Ein eintrag ins Gipfelbuch durfte da natürlich nicht fehlen. Über den schmalen Grat des Zilljöchl näherten wir uns dem höchsten erwanderten Punkt unseres Urlaubs. In Serpentinen über die Steilwiese hinauf zum Ramsjoch fiel mir auch ein Sprüchlein ein, das ich irgendwo mal gelesen hatte: “Nur dort wo du zu Fuß hin gegangen bist, dort warst du wirklich!” Ich glaube so ist es tatsächlich. Die Demut vor der Majestät von Gottes Schöpfung, kann man nicht “erfahren”, man muß sie in ihr greifbar erleben! Da stehst du auf 2508m und das Gefühl von Freude und Energie, läßt alle Anstrengung klein werden. Zufrieden und beeindruckt brachen wir nun zum Heimweg auf. Über die Abbruchhalden voller verwitterter Steine erreichten wir den Torsee. Der Abstieg zur Nassen Tux Alm war dann noch mal echt lustig. Über letzte Schneefelder und durch Wasserfälle verschwand der Weg in einer Wiese die ein Anlegen eines solchen fast unmöglich macht. Von überall her kam Wasser aus dem Boden und sorgte dafür, das diese Alm ständig aufreist und bergab in Bewegung ist. So blieb uns nur den irgendwie erkennbaren Trampelpfaden der Kühe zu folgen. Eine letzte Rast in den Bergen im Gasthof Geislerhof auf 1645m kündete vom baldigen Ende unseres Abenteuers.

Das war es nun mit unserer ersten Alpen-Wander-Reise, jetzt wisst ihr auch wofür unsere neuen Wanderschuhe schon im Januar eingelaufen wurden. Ergebnis; vier schöne Touren, viele Kilometer Weg, etliche Höhenmeter rauf und runter, endloses Naturerlebnis und große Freude über die eigene Leistung. Aussage meines Jungen: “Es war am Anfang ganz schön nervig mit diesen Bergen. Jetzt bin ich aber sooooo stolz auf mich, das können wir wieder mal machen!”

...bleibt uns gewogen, Euer Zugvogel & Co

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