...zur ersten nennenswerten Tour des Jahres

Wie ihr der Überschrift entnehmen könnt, war auch ich mit dem Start in diesem Jahr nicht wirklich glücklich. Erst der beinah endlos lange Winter, dann ständig Kälte und Regen an den Wochenenden, der dann sogar noch in einer Jahrhundertflut gipfelte. Schön ist echt was anderes!!!

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Nach Sandsackschippen und arbeitsreichen Wochenenden nutzte ich also die Gunst der Stunde und zog mit meinem Drahtesel mal wieder in die Weiten des Vogtlandes. Aus der Stadt hinaus ging‘s erst mal über den Preiselpöhl. So romantisch wie die Bilder wirken ist es dort auch, schließlich haben hier meine Frau und ich, unser erstes Rendezvous, bei einem schönen Weinchen, genossen. Scheen war’s!!! Hinunter ins Elstertal und ein Blick über die Brücke läßt erahnen, was nur wenige Tage zuvor hier los war. Also erst mal Berg auf, raus aus den Tälern und bei einem Blick zurück das üppig grüne Stadtpanorama mitgenommen.

Über Land und durch die Wäldchen landete ich am Vogtländischen Meer, das seinem Namen in diesen Tagen alle Ehre machte. Tapfer hielt die alte Dame Pöhl den Fluten stand, und bei einer Stauhöhe, nur 13cm unter dem Überlauf, ist die Ausdehnung der Wasserfläche echt beeindruckend. Nicht minder beeindruckend war das Grollen aus dem Triebtal, das ich beim Queren der Staumauer hören konnte, da beide Ablassturbinen auf vollem Durchfluß liefen, um den Wasserstand wieder auf normal abzusenken. Stetig ansteigend schlängelte sich die Strasse nun Richtung Herlasgrün und am Abzweig zu dem Örtchen grüsste auch der Kuhberg mit Sendemast und Aussichtsturm.

Durch den Ort mit seinem echten Inselbahnhof im Gleisdreieck, zog mich die Neugier des Elektromeisters zum alten Umspannwerk. Die Natur erobert sich hier die Reste der Anlage Schritt für Schritt zurück, doch mit etwas Vorsicht, kann man im Inneren die Spuren der Stromversorgung früherer Jahre erkunden. Das weckte in mir Erinnerungen an meine Kindertage in Fröbersgrün, als die alte Freileitung von der Bleilochtalsperre direkt hinter unserem Hof hier her führte und bei jedem starken Gewitter Stromausfälle noch ganz normal waren. Das neue Umspannwerk in der Nähe ist dank der Netzentwicklung vor solchen Pannen weitgehend gefeit. Der nächste Straßenabschnitt über die Goldene Höhe nach Treuen war dann etwas Verkehrsreich, was sich aber nach der A72 deutlich entspannte.

In Treuen überraschten mich zwei der für das Vogtland so typischen Umgebindehäuser. Diese werden derzeit durch die Stadt Treuen saniert und mit Blockbohlenstube, Fachwerk und Loggia leben hier die Zeugen unsere schöne Geschichte weiter. Nun rollte ich hinab ins Trebatal, welches ich dann auch gleich wieder Richtung Altmannsgrün verlassen musste um ins Triebtal zu gelangen. Über die Trieb hinweg verließ ich auch dieses Tal und näherte mich so langsam dem höchsten Punkt meiner Tour.

Doch bis dahin hatte euer Pedalritter noch ein Stück Weg vor sich. So empfing mich Unterlauterbach mit dem fast 3ha großen Mühlteich. Dieser ist Teil des Unterlauterbacher Teichgebietes welches für Vogel und Naturfreunde ein reicher Schatz unserer Heimat ist. Am Ortsausgang von Oberlauterbach, bekannt durch sein Natur- und Umweltzentrum, grüßten dann noch üppig leuchtende Lupinen um mich für die letzten Höhenmeter zu motivieren. Bedingt durch die in diesem Jahr bis dato ungewohnt hohen Temperaturen und meinen leider doch etwas großen Trainingsrückstand, schnaufte ich schon ganz schön, in der prallen Sonne, hinauf nach Falkenstein. Oben angelangt verkrümelte ich mich in die schattigen Wälder und suchte mir meinen Heimweg über den Radweg Falkenstein - Oelsnitz/Vogtl.

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Dieser, nun auch sehr gut beschilderte und mit Karten versehene Weg, ist inzwischen zu einem treuen Begleiter auf einigen meiner Touren geworden. Am Geigenbach staunte ich dann nicht schlecht, sonst sich müde durch den Wald schlängelnd hatte sich dieser Geselle zu einem tosenden Flüsschen gemausert. Meine Mittagsrast verbrachte ich wieder bei Familie Demmler im Gasthaus “Zum Streuberg” um dann gestärkt und munter, die Ausblicke genießend, den lichten Bahndamm entlang zu rollen.

Umrahmt vom Grün in seinen unzähligen Schattierungen bog ich dann, kurz vor der Talsperre Pirk, nach Taltitz ab. Noch ein paar kleine Steigungen und ich konnte dann genüßlich die Abfahrt nach Kürbitz angehen. Ab hier befuhr ich mutig den Elsterradweg, was sich als kleines Abenteuer herausstellen sollte. Die noch immer sehr volle Weise Elster bescherte mir gleich am Ortsausgang nasse Füße, da ich durch 25cm tiefes Wasser radeln durfte. Nicht böse über die Erfrischung und um die Erkenntnis reicher: “Wenn da steht Radweg gesperrt sollte man das ernst nehmen!”, radelte ich weiter das Tal hinab.

Da nun meine Neugier größer war als die Macht der Schilder, stand ich bald vor der nächsten Überraschung. Am Durchlaß der Bahnstrecke hatte es den Radweg so unterspült, das er mal eben nen halben Meter abgetaucht ist. Wahnsinn was Wasser für eine Kraft hat. Die Auen hinunter, die noch immer eher einer Teichlandschaft glichen, näherte ich mich Plauen. Auf dem Weg dort hin begleiteten mich entlang der Elster die imposanten Zeugen des Hochwassers ohne mir weitere Hindernisse in den Weg zu stellen. Dann noch einmal quer durch die Stadt und euer Zugvogel war wieder Zuhause.

...bis bald Euer Zugvogel Andreas

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