...wu de Walder haamlich rauschen

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Die Ernte war eingebracht, viel früher als erwartet und so nutzte ich die Zeit für einen kleinen Abstecher über die Grenzen des Vogtlandes hinaus. Am monumentalen Hauptgebäude der Kliniken Erlabrunn startete ich meine Tour. Was ist denn an so ‘nem Krankenhaus so erwähnenswert??? Hier haben Jens Weißflog, Sven Hannawald und einige Andere unserer erfolgreichen Wintersportler das Licht der Welt erblickt. Soviel zum Winter, es war schließlich Spätsommer und ich wollte wandern. Der Start war klar, das Ziel bekannt, der Weg noch nicht.... Also erst mal den Schildern nach! Und wie es in den Bergen so ist, erst einmal hinauf und dann schauen wir weiter. Den Milchbach entlang, durch vom Licht verzauberte Wälder, landete ich auf den Moorwiesen an den Riesenberger Häusern.

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Nach einem kurzen Stop zum genießen der Landschaft tippelte ich weiter. Kurz hinterm Kleinen Stern war dann, den langen Anstieg hinauf, noch mal Kondition gefragt, ehe ich oben von gar lustigen Baumgebilden empfangen wurde. Am Mittelflügel konnte ich dann auch das Ziel meiner Wanderung entdecken. Nur noch ein kurzes Stück und ich hatte den Auersberg mit seinen 1019m erklommen. Zum Glück hatte ich mich gut mit Proviant gerüstet, denn die Verpflegungsmöglichkeiten waren wenig Gastfreundlich. Nach beendeter Feriensaison kündete ein Schild: “Nur bei schönem Wetter geöffnet!” Grob übersetzt wegen Wohlstand geschlossen??? In der Zeit, als ich dann meinen Imbiß zu mir nahm, haben noch 15 andere Wanderer bedauernd festgestellt, wieder hungrig von dannen ziehen zu müssen!

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Das die Betreiber mit dem Wetter auch noch recht haben sollte, hat mich dann doch etwas gegrämt. Ganz gespannt konnte ich zusehen, wie sich die schöne Aussicht über die kleine Talsperre Sosa, im nu hinter grauen Regenwolken versteckte. Wie nun weiter? Den selben Weg zurück um dem Wetter davon zu laufen? Aber nicht mit mir... Also Regenjacke raus und munter durch’s Getröpfel! Erfreut durch die schönen bunten Farbtupfer der Fleigenpilze mußte ich aber dann doch noch mal Schutz suchen, als am Großen Stern ein wahrer Platzregen auf mich nieder ging. Glücklicher Weise gibt es hier aber reichlich kleine Hütten zum unterstellen, so das ich nach ner viertel Stunde recht trocken weiter konnte.

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An der Talsperre Sosa entlang schlängelte sich der Weg weiter und zu meiner großen Freude hatte auch Petrus ein einsehen. Die Wolken machten der Sonne wieder Platz und über die dampfenden Wege ging es wieder hinauf zum Friedrichsheider Hochmoor. Mitten in diesem alten Bergbaugebiet ist aber auch heute noch Vorsicht geboten! Viele der alten Gruben sind über die Jahrhunderte brüchig geworden, so das immer mal wieder ein Loch im Waldboden auftaucht. Wie hier an der Grube Zeisiggesang, in der um 1501 und 1748 Zinn und Silber abgebaut wurden. Da mich mein Weg nun wieder zu den Riesenberger Häusern geführt hat, kehrte ich zum Schluß meiner Tour noch im dortigen Berggasthaus ein.

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Das rustikale Innenleben machte mich neugierig. Eine Schubkarre an der Decke? Die nette Wirtin verriet mir dann den Grund. Er hängt mit der Spezialität des Hauses zusammen. Eigentlich ein “Armeleuteessen” hat hier der Schiebbocker überlebt. Dieser Kochkäse war das einzige Gericht, das sich die Hausierer mit ihren Schiebböcken im 18./19. Jahrhunder leisten konnten. Näherte sich einer dem Gasthaus so wurde gerufen: “Essen für einen Schiebbocker!” So erhielt ein ganz eigenes Gericht einen ganz eigenen Namen. Natürlich hab ich auch eine Portion davon verdrückt und muß sagen: “Probierts mal aus! Es hat was!” Dazu ein kühles Blondes.... Schöner kann ein Tag kaum enden! Zurück ins Tal, den Milchbach wieder entlang, erwartete mich schon mein Auto für den Heimweg

...bis bald Euer Zugvogel Andreas

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