... und um’s Gewitter herum

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Es war schon ein spannender Tag, an dem ich diese Tour startete. Mutter Natur lockte mit grünem Frühsommerkleid in die wärmende Heimat, so das ich der Versuchung nicht widerstehen konnte! Also ab aufs Rad und los! Gemächlich bummelte ich aus der Stadt hinaus, immer entlang der Weisen Elster, die ich dann in Straßberg links liegen ließ. Der erste Anstieg des Tages führte mich auf die Plattenstraße in Richtung Kröstau. Als sich dann die Bäume lichteten, belohnte mich ein schöner Ausblick über Weischlitz, für die ersten Höhenmeter in der immer drückender werdenden Luft. Die Gelegenheit nutzend, ließ ich mich am blühenden Wegesrand zu meiner leicht verspäteten Mittagsrast nieder.

Frisch gestärkt ging es weiter und irgendwie hatte ich es heut mit dem Links liegen lassen, denn das tat ich auch mit dem Örtchen Kröstau. Der Grund dafür war mein besorgter Blick zum Himmel. Drohend türmten sich die Gewitterwolken auf, deren Grollen mich dann doch zu einer Änderung des Weges nötigte. So blieb ich erst einmal auf dem Höhenrücken, der mich über Rodersdorf gen Dehles führte. Um dem monotonen Anstieg hinauf nach Dehles und dem Gewitter zu entgehen bog ich mutig auf den Wanderweg nach Tossen ein. Was sich aber als nicht so einfach herausstellte, denn mit dem Rad durch lenkerhohes Gras kämpfen, war schon eine Erfahrung für sich. Dafür durfte ich auch lohnende Ausblicke genießen. Da ja nun aller guten Dinge drei sind, habe ich dann auch noch Reinhardtswalde links liegen lassen, um am Feldrand Richtung Grobau, mit den fleißigen Traktorfahrern, ein kurzes Dienstgespräch zu führen.

Da es mir nun gelungen war hinter das Gewitter zu fahren, konnte ich mich am Regenduft und der damit verbundene leichten Abkühlung genußvoll erfreuen. Das Dörfchen Kemnitz, welches ich hinauf nach Krebes durchquerte, begrüßte mich schon von Weitem mit seinem Kirchturm. Vorbei am altehrwürdigen Burgstein und dem auf und ab der dortigen Straßen folgend, konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, als ich feststellte, dass ich mit meinem Rad viel schneller war als die Autos auf der Autobahn. Stau, au, au!!! Also dann wieder Blick nach vorn und dem sich schlängelnden Band der Straße folgen! ...und schau da lugt doch schon der Kirchturm von Großzöbern über die Hügel.

Kurz vor Größzöbern blinzelte schon mein nächster Etappenort über die Felder herauf und nach der Ortsdurchfahrt und über gemächliche Feldwege sauste ich hinunter nach Dröda. Die gleichnamige Trinkwassertalsperre dominiert das gesamte Ortsbild. Einigen dürfte sie auch als Feilebachtalsperre bekannt sein. Schon beeindruckend so ein Betonkoloss mit 375 Metern Kronenlänge. Im krassen Gegensatz dazu steht das kleine Dorfkirchlein, das ich gleich einmal dafür nutzte, meinen Drahtesel vor dem wunderschön sanierten Gebäude, für ein Beweisfoto in Pose zu stellen. Wie die Geschichte der Kirche mit dem Schicksal des Schulmeisters Ernst Möckel zusammenhängt, könnt ihr auf der Homepage des Ortes erfahren. Ein Link dazu findet sich auf der Zugvogelseite. Am Bach, mit seinen schnatternden Enten, ließ ich mich dann zu meiner zweiten Rast in der Ruhe dieses Örtchens nieder, um dann dem idyllischen Tal hinab, vorbei an glücklich weidenden Kühen den Heimweg anzutreten.

Bevor der kleine Feilebach aber in der guten alten Elster mündet, begegnete mir noch ein weiterer Gigant des Vogtlandes. Die riesige Steinbogenbrücke in Pirk war mit ihren fast 624 Metern, zu Baubeginn 1938, die größte Massivsteinbrücke der Welt. Unvollendet zwischen zwei Weltsystemen, schlummerte sie bis zur Wende einen 50- jährigen Dornröschenschlaf, bevor der Bau der A72 vollendet werden konnte. Unter ihren fast 60m hohen Bögen hindurch, trennte mich dann nur noch ein entspanntes Stück Elsterradweg von meinem Zuhause. Natürlich habe ich mir auch wieder ein Zielprämie im Vogtlandgarten gegönnt.

...bis bald Euer Zugvogel Andreas

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