...zu Besuch bei Käfer Karl

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Die Ernte 2012 ist eingebracht, die letzten Maisfelder warten auf ihr nahes Ende, bald ist Erntedank... mal sehen was die Natur jetzt so zu bieten hat! Also los, erst mal raus aus der Stadt, vorbei am alten Schlachthof und neu entstehenden Industriebetrieben tippelte ich durch den Wiesengrund in den nahen Stadtwald. Um diesen zu durchqueren fädelte ich mich auf dem “Waldlehrpfad am Essigsteig” ein. Viele Plauener Schulklassen kennen diese 3,5km Runde, da sie rege als “grünes Klassenzimmer” genutzt wird. Leider zum Missfallen einiger Eltern, die diese Art, die Kinder an die Natur heran zu führen, für reine Zeitverschwendung halten. Eigentlich schade, das deren Welt nur noch aus Leistung, Asphalt und Beton bestehen soll. Ich finde das Konzept passt, aber wenn eine Eiche den Platz einer abgebrochenen Ulme eingenommen hat sollte man da nicht das Schild ändern?

Dem Essigsteig folgend landete ich in Oberjößnitz, durch dessen Siedlungsflecken mein Weg über die “Platt” gen Syrau führte. Im Windschatten der Maisfelder widmete ich mich erst mal dem fruchtigen Inhalt meines Rucksackes und zog dann, dank der Jagdschneissen, quer über die Felder hinauf zur Syrauer Windmühle. Dieses, durch emsige Enthusiasten wieder zum Leben erweckte Kleinod der Vogtländischen Mühlengeschichte, ist schon beeindruckend, wenn die langen Ruten, fast lautlos im Wind drehend, die großen Mahlsteine antreiben. ...ach ja, ich war euch ja noch ein Beweisfoto schuldig. Hier ist sie, eine der schönen neuen Bänke auf dem Müllerburschenweg!

Angekommen im Lohbachgrund entdeckte ich die Naturschätze meiner alten Heimat wieder. Idyllische Teiche, wild über Wege fliesende Bäche und verwunschene Auwälder, mehr fast ursprüngliche Natur geht schon beinah nicht mehr! Deshalb haben sich auch die “lieben Naturschützer” überlegt, das zum Biotop zu erklären. Dieses Waldstück ist unser Familienbesitz und hat sich über Generationen, durch vorsichtige nicht profitorientierte Bewirtschaftung, zu dieser wunderschönen Landschaft entwickelt. Mein Zynismus gegenüber sogenannten Naturschützern rührt aus eigenen Erlebnissen mit dieser Spezies Mensch. Vor ein paar Jahren teilte mir eine Dame auf der Suche nach diesem Biotop, den Status diese Waldstückes mit. Nachdem sie mir endlos erklärte, was wir alles dort nicht mehr dürfen, fragte ich nach Unterstützung beim Erhalt dieses Gebietes. Die schnippische Antwort: Nein, nein das kostet ja Geld, das müssen sie schon selbst machen!

...versteht mich bitte nicht falsch. Der Schutz unserer Natur ist mir sehr wichtig, denn ohne ihn wären meiner Wanderungen sicher nur halb so schön! Doch bitte mit Sinn, Maß und Verstand und gemeinsam mit denen, die es dann betrifft. ...und so zog ich weiter, vorbei an einem geschichtsträchtigen Häuschen (die geschichtlichen Details würden hier den Rahmen sprengen), den Grund hinunter zur Frotschauer Straße, die mich dann in mein altes Heimatdorf Fröbersgrün brachte. Am Ortseingang wartete schon der Landgasthof “Zum kühlen Morgen” mit einer kleinen Stärkung auf mich. Nur von den Wirtsleuten war ich etwas enttäuscht... Wenn ihr schon lautstark und durch den ganzen Gastraum vernehmbar über mich redet, wäre es dann nicht angebracht mal “Hallo” zu sagen??? Davon unverdrossen schlenderte ich nun talwärts ins Ortszentrum. Vorbei an der inzwischen innen und außen wunderbar sanierten Kirche entschwand ich dann, über die Schönbacher Straße wieder Richtung Plauen. Wer mehr über Fröbersgrün erfahren möchte, kann unter “Mein Heimatort” noch viel Interessantes entdecken. Ein Blick zurück präsentierte mir noch mal, das sich an die Talhänge schmiegende Örtchen, ehe mich hinter dem Höhenrücken am Kreuzweg, in der Ferne, die Syrauer Windmühlel grüßte.

Der Blick in die noch immer üppig grünende Natur, ließ mich dann doch noch die untrüglichen Boten des Herbstes entdecken. Leuchtend rote Hagebutten und schwer tragende Holunderbüsche erinnerten mich an die Sammelaktionen meiner Kindheit. War schon toll den eigenen Hagebuttentee dann an kalten Wintertagen zu trinken, oder mal von Omas Holunderlikörchen zu naschen.... hmmmm! Im Wald, Richtung Steinsdorf gehend, krabbelte mir dann noch dieser kleine Freund über den Weg. Urplötzlich erinnerte er mich an das Lied von Karl dem Käfer, im Lied ungefragt verjagt, hat er anscheinend hier sein Zuhause gefunden und ich spontan den Namensgeber meiner Runde.

Hinter dem Rumpelbach betrat ich dann schon wieder Plauener Boden, denn seit der Eingemeindung von Steinsdorf grenzt Plauen direkt an die Fröbersgrüner Flur. Über Wiesen und Stoppelfelder, vorbei am Heiteren Blick, landete ich, den Feldrändern entlang der Krimitz folgend, in Jößnitz. In der Gaststätte “Zum Kuckuck” genehmigte ich mir dann noch ein “Kühles Blondes auf den Heimweg”. Leider hat diese niedliche Gaststätte keine eigene HP, so das ich diesmal keinen Link einbauen kann. Reich erfrischt tippelte ich nun, durch die dichten Buchenwälder längs der Bahnstrecke, wieder nach Plauen zurück.

 ...bis bald Euer Zugvogel Andreas

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