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Auf der Oberlandbahn

Wenn man so durch die Bilder stöbert, fällt einem doch so manchmal ein kleines Versäumnis auf. So war es auch vor ein paar Tagen, als ich unsere Ferientour wieder entdeckte. Bei schönstem Sommersonnenschein starteten wir erwartungsfroh in dem kleinen Örtchen Liebschütz. Gut gerüstet schlenderten wir, vorbei an wogenden Ährenfeldern, die Straße abwärts Richtung Ziegenrück. Genau, hier waren wir doch schon mal, aber diesmal erkundeten wir das andere Saaleufer. Nicht weit des Weges lugte auch schon die Saale das erste mal durch die Bäume.

Getreu dem Motto: “Durch diese hohle Gasse muß er kommen” kraxelten wir auf abenteuerlich befestigten Wegen hinauf, zu einem der merkwürdigen Höhepunkte dieser Tour. Auf dem Bild leider nicht zu erkennen, bot sich am zweifachen Saaleblick ein grandioses Naturpanorama. Ja ihr habt richtig gelesen, die Saale gibts hier zweimal und zwar einmal auf ihrem Weg nach Ziegenrück und auf der anderen Seite des Ziegenrückens wieder von dort weg. Über diesen Bergsporn führte dann auch unser weiterer Weg, auf dem wir hin und wieder einen Blick auf das im Tal ruhende Ziegenrück werfen konnten. Auch wenn die Namensgleichheit verblüfft, der wahre Namensursprung der Stadt steht in der Beschreibung unserer ersten Saaletour: “Herbst im Saaletal”.

War der Weg bis hier her schon nicht ohne, so forderten die schmalen und steilen Pfade hinab ins Saaletal Kondition und Schuhwerk ganz schön. Dafür genossen wir dann unsere Rast im Park von Ziegenrück, mit verträumten Blick auf’s Hotel, um so mehr. Über die glasklare Saale mit ihren wie von Wassergeistern bewegten Gräsern schlenderten wir dann gemütlich durch die Stadt gen Bahnhof. Natürlich nicht, ohne uns unterwegs noch durch ein leckeres Eis zu erfrischen.

So langten wir nun am wohl ungewöhnlichsten Teilstück unserer Wanderung an. Auf der Thüringer Oberlandbahn kann man, da die Strecke nicht mehr in Betrieb ist, wandernd das Abenteuer Eisenbahn erleben. Doch Vorsicht, der Weg über Bahnschwellen und Schotter hat auch seine Tücken. Das ungewohnte Schrittmaß von Schwelle zu Schwelle strengte mehr an, als die doppelte Strecke auf Wanderwegen! Doch das Erlebte konnte dafür entschädigen! Durch vier Tunnel, endlose Wälder, enge Felsklüfte und entlang steiler Abhänge schlängelte sich die Strecke bis zum atemberaubenden Finale unseres Bahnabenteuers, an der Ziemesgrundbrücke. “Sauanstrengend aber echt schön!”

Doch nicht nur Technik- und Bahninteressierte finden hier ihr Idyll, auch Naturfreunde kommen voll auf ihre Kosten. Dank der Abgeschiedenheit und Ruhe findet man hier fast alles was bei uns so kreucht und fleucht. Neben den auf Bild gebannten Ringelnatter, Laubfrosch oder Zauneidechse kreuzen hier auch Rehe und Mufflons den Weg. Mit all diesen Eindrücken im Gepäck tippelten wir dann in “schwindelerregender Höhe” über das Viadukt um auf der anderen Seite in den Ziemesgrund zu gelangen.

So nahmen wir also den dritten und abschließenden Abschnitt unserer Tour unter die Füße. Durch den inzwischen gänzlich eingeschlafenen Wind, hatte sich die Umgebung in eine wahren Backofen verwandelt, was die letzten Kilometer schon ganz schön erschwerte. Lang zog sich der Weg, stetig bergan, durch die Wiesen und Felder, ehe uns oben der Schatten der Wegbäume Erholung spendete. Ein letztes Päuschen am Wegesrand, den Zielort schon in Sichtweite, schweifte unser Blick noch mal über die Höhen des Oberlandes, ehe wir uns Richtung Auto tummelten.

...bis bald Euer Zugvogel und Familie

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