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Im nördlichsten Zipfel des Vogtlandkreises

Mit einem fröhlichen “Glück zu”, dem alten Gruß der Müllersleut, möchte ich euch mit auf den Müllerburschenweg nehmen. Leicht abgewandelt, durch meinen Start in Plauen, radelte ich erst mal entlang des Großen Weidenteiches zur Reiboldsruh. Dort “fädelte” ich mich auf den eigentlichen Weg ein, der mich recht schnell zur ersten Mühle der Tour brachte. Da war vielleicht was los! Feiertag und Andrehen des neuen Mühlrades, das sprengte schon fast die Kapazität der Teichmühle. Nach einem kleinen Abstecher zur Forstmühle kam ich an der Papiermühle wieder auf den Weg zurück, der weiter das malerische Rosenbachtal hinunter führte.

Vorbei an der Rößnitzer Mühle zog sich mein Weg weiter durch das Dörfchen, mit seinem markanten Turm, hinauf zur alten Kreisstraße Richtung Rodau. Da Mühlen, wenn sie nicht gerade der Wind antreibt, meist in einem Tal zu finden sind sollte das noch nicht der letzte kernige Anstieg der Tour gewesen sein, denn von Tal zu Tal gehts meist über einen der vielen vogtländischen Berge. Dafür belohnt einen aber oben das Vogtland mit wunderschönen Aussichten, wie auf dem Weg zur Weismühle in Leubnitz. Weiter ging es durch Rodau und die anschließenden Wälder auf die Höhen von Kornbach.

Das nahe Schönberg im Blick weiter über die Kornbacher Straße näherte ich mich der weiten Wisentasenke und somit dem nächsten Etappenort, der Stadt Mühltroff. Entlang der Wisenta gelangte ich über den Markt hinweg, vorbei am DDR Museum, zum trutzigen Mühltroffer Schloß, das heute noch vielfältig von den Bürgern genutzt wird. Längs des Weges fanden sich auch die Ober- und die Amtsmühle, ehe mich ein kleiner Abstecher etwas außerhalb zur Lippoldsmühle führte. Dabei überquerte ich die Wisentatalbahn, die von eifrigen Enthusiasten, nach der Schließung durch die DB, mit Sonderfahrten zwischen Schönberg und Schleiz am Leben erhalten wird. Fahrt mal mit, es lohnt sich!

Und weiter geht’s! Sanft hinauf zum Thierbacher Teich, durch den Mühltroffer Forst landete ich auf der Anhöhe bei Ranspach. Am Horizont schon die Mehlteurer Höhe im Blick, die später der letzte ernsthafte Anstieg dieser Tour sein sollte, führte mein Weg auf einer weiten Schleife, durch Linda und Bad Linda, an der Reinhardtsquelle vorbei ins Weidatal. Unterwegs schnell mal das Fahrrad an ’nen Baum gestellt und zum Füßevertreten einen lohnenden Abstecher zum Katzenstein, mit seiner super Aussicht, genutzt, landete ich anschließend, auf recht holprigem Wege, in Wallengrün. Die Wallengrüner Mühle grüßte, mit ihrem großen Schornstein, schon von weiten. Dieser hat aber inzwischen keine Möglichkeit mehr zu qualmen, denn auf ihm brütet schon seit vielen Jahren ein Storchenpaar. Talauf entlang der Weida rollte ich am “Mittelpunkt der Erde” in Pausa ein, und wer mir das nicht glaubt sollte mal die Erdachsnippelschmierkomission fragen. Die sorgt nämlich dafür, das die Erdachse im Pausaer Rathaus immer gut geschmiert ist, damit unsere Erde nicht stehen bleibt!!!

Mit der Gewißheit: “Und sie bewegt sich doch”, nahm ich die letzte Etappe in Angriff. Am Bad vorbei und durch die Wiesen vor Unterpirk gelangte ich über den Elm nach Drochaus. Dort mahnte mich ein Blick gen Himmel zur Eile. Was sich da zusammenbraute war nicht lustig. So ließ ich die Oberpriker- und Syrauer Windmühle Mühle sein und legte im Eiltempo den Weg nach Plauen, durch strömenden Regen zurück.

Fazit: Lange habe ich überlegt ob und wie ich diese Tour online stelle, aber wie soll man besser werden, wenn keiner auf die noch vorhandenen Mankos aufmerksam macht. So schleißt diese Tour etwas kritisch ab.

Der Müllerburschenweg ist eine schon ganz runde Sache. Konzipiert als Wanderweg sollte man diesen auch so erforschen. Dazu empfiehlt es sich die gut 50 km in zwei Etappen aufzuteilen, um nicht im Eilmarsch durchziehen zu müssen. So bleibt Zeit für die kleinen Abstecher am Wegesrand. Wer die Tour nachradeln will, sollte schon ein ambitionierter Vertreter seiner Zunft und mit viel Ausdauer und ‘nem Mountainbike ausgerüstet sein.

Verpflegung nicht vergessen, denn die meisten Orte am Weg haben keine Gaststätten mehr! Von den in der Presse hochgelobten Bänken zum verweilen, war leider nichts zu sehen. Sicher standen die gut, warm und trocken in irgend einem Lager, auf dem Weg fehlten sie! Auch die Beschilderung sollten die zuständigen Wegwarte auf Vordermann bringen, denn ab und an ist sehr viel Orientierungssinn und Ortskenntnis gefragt! An einigen Stellen sollte vielleicht auch die Wegführung überdacht werden, denn morastige Waldwege und solche die im Nichts einer Wiese enden sind wenig werbewirksam! Sicher sollte man künftig auch die schönen und zum Teil noch funktionstüchtigen Mühlen des Thüringer Vogtlandes mit integrieren, was bis dato leider an irgend welchen Förderrichtlinien unserer Freistaaten und Landkreise, und vielleicht auch am Willen der Entscheidungsträger scheitert. Ihr seht, liebes Team des Vogtländischen Mühlenviertels, es gibt noch das Ein oder Andere zu tun.

...bis bald Euer Zugvogel

Nachtrag 16.08.2012 So schnell geht’s!!! Manchmal wird konstruktive Kritik sogar angenommen. Die ersten Bänke sind dank der Unterstützung durch die Gemeinden inzwischen aufgestellt. Das Problem mit der Beschilderung wurde auch in Angriff genommen und verbessert. “Hut ab” für diese schnelle Umsetzung!!! Vogtländisches Mühlenviertel mach weiter so!!!

 “Glück Zu” Euer Zugvogel

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