...um und durch’s Vogtländische Bierdorf

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“Frisch auf und froh voran” so flogen die zwei Zugvögel wieder mal hinaus in die vogtländischen Wälder. Unser Startpunkt lag zwischen Rodewisch und Sorga um Eulenbach. Von dort ging es leicht bergan zur Salzleithe, die uns einen ersten schönen Blick über Rützengrün bot. Nicht nur die Namen der Orte sollten uns mit Grün überhäufen, nein es war schon beinahe unglaublich, in wie vielen Grüntönen uns Mutter Natur empfing. Weiter vorbei am Klinikum Obergöltzsch ging es Richtung Sternwarte und dann die Rützengrüner Straße hinauf.

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An einer kleinen Bank, die wir für eine erste kurze Rast nutzten, kamen wir ins Grübeln: Was macht der Nebel bei dem Sonnenschein dort hinten am Wald? Die Erklärung sollte nicht lange auf sich warten lassen, nur Geduld liebe Leser. Erst mussten wir noch hinab ins Tal des Wernesbaches, um nach Rebesbrunn zu gelangen. Vorbei an ruhig grasendem Rotwild in einem modernen Wildgatter, ging es in die dunklen Fichtenwälder des Vogtlandes. Doch das Wundern sollte kein Ende nehmen. Stetig

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bergan folgten wir dem Pfad hinauf zum Steinberg, durch Wälder deren Boden so gar nicht dunkel sein wollte. Der Steinberg selbst ist mit seinen 659 Metern bei weitem nicht der höchste Berg des Vogtlandes, aber mit seinen Jüdensteinen einer der urigsten. Was sind denn nun schon wieder Jüdensteine? Ganz einfach: Der Berg besteht aus Glimmer- schiefer, welcher sich entlang des Weges zu bizarren Fels- formationen auftürmt. Auf dem Gipfel findet sich ein 17 Meter hoher Aussichtsturm und eine schöne Gaststätte, diese nutzten wir auch gleich zur Stärkung.

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Ehe wir weiterzogen erklommen wir noch das Türmchen und wurden mit vielen wunderbaren Eindrücken belohnt. Schon beim Aufstieg kamen wir ins Staunen! Auf jeder Fensterbank fanden sich Unmengen von Marienkäfern, in unendlich vielen Farben von fast Weis über Orangerot bis beinahe Schwarz mit eben so vielen unterschiedlichen Mustern.

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Oben auf dem Turm genossen wir eine gigantische Weitsicht. Einerseits über Auerbach und Falkenstein ins Nordwestliche Vogtland und auf der anderen ins Zwickau- Kirchberger Land.Auch unser nächstes Ziel konnten wir schon entdecken. Zwischen den Wipfeln der Bäume gelang uns ein Blick nach Wernesgrün. Doch ehe wir dort hin kommen muss ich noch die Ursache der wundersamen Erscheinungen aufdecken. Wie man auf der Straße sieht waren an diesem Tag gigantische Mengen Fichtenpollen unterwegs, die auch uns schön gelb einpuderten.

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Den Berg wieder hinab ging es dann ins wohl bekannteste Bierdorf Deutschlands. Das Örtchen Wernesgrün wurde 1411 erstmals erwähnt und seit unglaublichen 575 Jahren braut man hier das Wernesgrüner Bier. Eben dieser edle Trunk war auch meine Stärkung auf dem Steinberg! Aus Wernesgrün heraus ging es an idyllischen Wiesen entlang Richtung Schnarrtanne.

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Kurz vor Schnarrtanne bogen wir ins Holzbachtal ab. Gesäumt von wild verwachsenen Fichten führte der Weg zu den Hahnenhäusern. Diese kleine Waldsiedlung hat ihren Namen aus dem 30jährigen Krieg. Als die alten Schweden hier durchzogen, versteckten sich die Wernesgrüner dort in einem Waldhof, um den Plünderungen zu entgehen. Am Morgen stolzierte einer der Schweden gackernd und krähend über den nahen Rastplatz, was ein im Hof versteckter Hahn lautstark beantwortete. Damit war das Versteck aufgeflogen, die Schweden nahmen alles mit auch die Frauen und brannten dann den Hof nieder. Die zur Wehr in Wernsgrün gebliebenen Männer hatten aber vorgesorgt. In dem engen Tal Richtung Wernesgrün gingen ihnen die Schweden in die Falle. Der Überlieferung nach hat sich bis heute kein Schwede mehr in diese Tal getraut. Was wir natürlich bezeugen können, weit und breit war kein Schwede zu sehen!

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Weiter des Weges querten wir den Roßbach und näherten uns oberhalb von Rützengrün so langsam unserem Startpunkt. Doch erst führte unser Weg noch den Schafberg hinab ins Eulenbachtal. So hieß der Bach früher, heute findet man ihn als Pöltzsch. Was aber dem wildromantischen Bachlauf nicht schadet. Entlang des Baches führt der so genannte Poetenweg an der Lenkmühle vorbei zurück nach Rodewisch. Was zwar einfach klingt aber doch ganz schön Kletterkunst fordert. An einigen Biegungen hat das Schmelzwasser ganze Arbeit geleistet und eben mal den Weg fortgespült, so das wir kurz vorm Ziel noch fleißig klettern durften. Leider hatten wir uns unterwegs etwas verbummelt, so das der Abstecher zur Schloßinsel in Rodewisch erst mal ausfallen mußte. Doch wie sag ich immer so schön: “Wir kommen wieder!”

...bis bald euer Zugvogel Andreas

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