...aus Tschechien Juni 2011

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Wie schon im letzten Jahr zog es uns erneut ins Riesengebirge. Diesmal aber nicht in die engen Täler, sondern hinauf auf 1200m zur Spindlerbaude. Was uns, nicht nur an der politischen Grenze zwischen Tschechien und Polen, sonder auch an deren Wettergrenze, phantastische Eindrücke erleben liess. Der Ort Spindlermühle, zu dem unsere Baude gehört, ist vielen sicher ein Begriff. Im 18. Jahrhundert siedelten sich hier Holzfäller zwischen den heutigen Ortsteilen St.Peter und Bedrichov an. Die später (1793) von Kaiser Franz II. die Genehmigung zur Gründung einer eigenen Pfarrei und somit zur Errichtung einer Kirche erhielten. Mit dem Niedergang des Bergbaus in St. Peter entwickelte sich der Tourismus schon Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem großen Wirtschaftsfaktor. Sogar Franz Kafka weilte hier (1922) für vier Wochen. Die Eindrücke die er hier sammelte hielt er in seinem Roman “Das Schloss” fest.

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Bedingt durch die Wetterkapriolen dieses Sommers, die unser Quartier immer mal in den Wolken verschwinden liessen, haben wir ab und an die Berge verlassen und uns im Lande umgesehen. Am ersten Tag ging’s zu den Adersbacher Felsen. Diese bilden mit den benachbarten Weckelsdorfer Felsen eine 17,7 km² große Felsenstadt. Entstanden aus einer riesigen Sandsteinplatte und geformt durch Wind und Wasser, Frost und Sonne entstand eine bizarre Welt, mit bis zu 100 m tiefen Schluchten, statisch unglaublichen Felsgebilden, die bis heute nicht umgefallen sind. Wenn man sich dies Welt erschliesst ist die phantasievolle Namensgebung wie Bürgermeister, Henkelkrug, Liebespaar oder Elefantenplatz leicht nachvollziehbar. Schon um 1700 kamen die ersten Naturliebhaber hier her. Zu ihnen gehört auch Geheimrat Goethe der 1770 hier Quartier bezog. Seit 1933 steht das gesamte Gebiet unter Naturschutz.

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Ein weiterer Ausflug zog uns weit ins Landesinnere, in die Gegend um Pardubice. Pferdefreunden weltweit ist dieses Galoppsportzentrum durch das berühmt berüchtigte Hindernisrennen bekannt. Doch gar nicht weit davon entfernt versteckt sich der ganze Stolz der tschechischen Pferdezucht. Das 1579 von Kaiser Rudolf II. gegründete Gestüt Kladruby, eines der ältesten Gestüte Europas. Mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut beherbergt es auch heute noch die einzigartigen Kladruber Pferde. In Kladruby selbst sind heute die Schimmel zu hause, die Rappherde wurde 1945 ins nahe gelegene Gestüt Slatany umgesiedelt. Seit 1995 ist das Altkladruber Pferd als Kulturdenkmal anerkannt.

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Beim Durchsehen der Bilder ist mir dann noch aufgefallen, das uns überall die Elbe begleitet hat. Ob an der Elbequelle (auf 1386m Höhe) in der Nähe der Elbbaude, beim Aufstieg zur Wiesenbaude durchs Tal der Weisen Elbe, an den Auwiesen bei Kladruby oder auf dem Heimweg kurz vor Pirna. Sie war treu und beeindruckend an unserer Seite. Und nicht nur in Amerika sind manche Seitenarme länger als der Quellfluss, so ist die Elbe selbst “nur” 1094 km lang, zählt man aber die schöne Moldau dazu stehen 1245 km zu Buche. Na wer wusste das noch? OK, ich hab auch bei den km- Angaben kurz nachgesehen und dabei auch den Ursprung ihres Namens entdeckt, er leitet sich vom Germanischen “Albia” oder Albhos” also “Weis” ab.

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Damit aber nicht genug, was wäre ich für ein Zugvogel, wenn ich euch unsere Wanderungen durchs Riesengebirge verheimlichen würde. Schaut mal ‘ne Seite weiter.

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