...rund um Fröbersgrün

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Im gleissenden Licht der Morgensonne empfing mich, an diesem wunderschönen Herbsttag, mein Vogtland. Heute hatte ich mir eine Runde um meine alte Heimat Fröbersgrün vorgenommen, die ich an der Windmühle in Syrau startete und welche mich durch die Nachbarorte Fröbersgrüns führte. Von der Windmühle aus hatte ich nach Südosten eine grandiose Sicht über die sich auflösenden Morgennebel bis ins Erzgebirge und nordöstlich ins Vogtländische Oberland. Genau dieses möchte ich euch heut etwas näher bringen und bitte nicht mit dem Oberen Vogtland verwechseln!

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Über die, in den langen Schatten der Morgensonne, noch taunassen Wiesen erreichte ich den Rumpelbach. Dieser Abenteuerspielplatz meiner Kindheit weckte alte Erinnerungen an Zeiten, da wir noch als Cowboys und Indianer in Baumhäusern und mit Flössen unsere eigene kleine Welt erschufen. Undenkbar in der überzivilisierten und sicherheitsfanatischen Welt von heute und dabei ist das noch nicht mal 30 Jahre her! Für Fröbersgrün hatte der Grund eine weit wichtigere Bedeutung, er war das Wassereinzugsgebiet des Ortes, welches auch noch Steinsdorf und Frotschau mit bestem Trinkwasser versorgte. Leider schloss der ZWAV nach der Wende diese und andere Orte an “sein” Wassernetz an, um die Wirtschaftlichkeit seiner Talsperren zu rechtfertigen.

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Den Wegen meiner Kindheit folgend gelangte ich nun zum Kreuzweg, dessen Name hat aber keinen religiösen Hintergrund, er kreuzt nur in seinem Verlauf die Fröbersgrüner Hofgelänge und deren Zufahrtswege. Am Horizont konnte ich den Kuhberg bei Netzschkau sehen und an einer einzigen Stelle kann man über den Höhenrücken hinweg einen Blick auf Fröbersgrün erhaschen. Ein Stück weiter des Weges, über den Katzenstein hinweg, kam ich nach Schönbach. Dieser Ort bildet gemeinsam mit Bernsgrün und Fröbersgrün ein Kirchspiel. Obwohl Fröbersgrün in Sachsen liegt und die beiden Anderen in Thüringen gehören sie zur Evangelischen Landeskirche Thüringen.

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Nach einer kurzen Rast zog ich weiter in den Höllengrund, dessen Name rührt aus Zeiten da sich nur ein paar Wassermühlen im dicht bewaldeten Grund befanden, die nur über steile Waldwege zu erreichen waren. Eine dieser Mühlen, die Steiner Mühle, kann man alljährlich am Mühlentag zu Pfingsten noch in Aktion erleben. Doch nun weiter des Wegs hinauf zum Örtchen Eubenberg, welches mein Opa des öfteren mit sechs Häusern und acht Spitzbuben umschrieb. Durch Eubenberg ging es hinunter in den Bünagrund und auf dem Weg dort hin traute ich meinen Augen nicht. direkt am Wegesrand standen die wunderschönsten Steinpilze. Was dazu führte, das mein Rucksack sich Pilz für Pilz wieder füllte. Im Bünagrund wanderte ich talaufwärts und konnte dabei ein paar wunderschöne Bilder machen, ehe ich mich am Talausgang zum Mittag niederließ.

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Gestärkt und voller Elan nahm ich dann den Anstieg zum “Sauloch” in Angriff. Oben angekommen belohnte mich diese Aussicht und auch mein nächstes Ziel konnte ich entdecken. Also ging es am Jägerhaus vorbei nach Arnsgrün. Durchs Dorf, gesäumt von Blumenbeeten, feurigem Weinlaub und üppig tragenden Apfelbäumen, kam ich am Ortsausgang an eine Wiese, die mir eine wunderbare Überraschung bot. Auf dem Bild ist kein Fussball sonder mein Abendessen! Zum Glück hatte sich mein Rucksack zu Mittag wieder etwas geleert, so das noch etwas Platz für dieses Einkiloprachtexemplar von Bovist übrig war.

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Hinter Arnsgrün erklomm ich dann den “Schiefer”, dieser bewaldete Höhenrücken ist die natürliche Grenze zwischen Fröbersgrün und Arnsgrün. In seiner Verlängerung kam ich dann zum Wachhübel, einem Aussichtspunkt kurz vor Frotschau. Auf Wacht steht dort heut keiner mehr, aber während des Dreissigjährigen Krieges wurden von hier die umliegenden Dörfer mit Leuchtfeuern vor umherziehenden Truppen gewarnt. Verständlich bei der Aussicht! Frotschau ist nur ein kleiner Ort, der heute zu Bernsgrün gehört. Doch seine Lage am Südhang des Triebitzgrundes ist einfach phantastisch, auch wenn das die Bauern früher eher als beschwerlich empfanden.

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So langsam schliesst sich nun der Kreis meiner Wanderung. Im Triebitzgrund, dem sechsten Tal der heutigen Runde, angekommen blieb nur noch der Anstieg hoch nach “Klein Amerika”. Leider hat sich für diese schöne Ausflugsgaststätte kein Nachfolger gefunden, so das die Reste aus meinem Rucksack zur letzten Rast an der Birkenallee herhalten mussten. Ein Blick zum Abschied über die “Lohe” nach Fröbersgrün kündete vom Ende dieses Ausflugs. Entlang der Bahnstrecke Hof - Plauen, die ihren letzten Herbst ohne Oberleitung erlebt, zog ich die letzten Kilometerchen gemütlich meinem Startpunkt entgegen.

 ...bis bald Euer Zugvogel Andreas

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