...im Quellgebiet von Göltzsch und Mulde

Beginnend an der Sperrmauer der Talsperre Falkenstein, von welcher sich ein schöner Blick auf den Stadtkern bot, führte meine heutige Wanderung in die waldumrauschten Höhen des Vogtlandes. Diese rauhe Region mit dichten Wäldern, offenen Hochebenen und tiefen Flusstälern ist der Inbegriff dessen, was viele von ausserhalb als Vogtland interpretieren. Doch sie ist nur ein kleiner Teil dieses so unendlich abwechslungsreichen Landstriches, der sich über Böhmen, Franken, Sachsen und Thüringen erstreckt.

So führte mein Weg also steil bergan durch den Ellefelder Ortsteil Juchhöh wieder hinunter ins Tal der Roten Göltzsch, wo mich an der Mündung des Gahlenbaches nicht nur die dortige Doppelbrücke erwartete, sondern auch erste Frühlingsboten überraschten. Die Weise Pestwurz ist in dieser Gebirgsregion eine der am zeitigsten blühenden Wildpflanzen.

Umgeben von einem wahrhaft schallenden Konzert der Vogelstimmen und dem lustig murmelnden Lauf der Roten Göltzsch folgend, die hier und da tosend über kleine Felsklippen stürzte, zog ich weiter zum Röthelstein.

An dessen Fuße befindet sich eine kleine Naturbühne, auf der wie Sangesfreunde wissen, alljährlich das Pfingstsingen stattfindet. Da ich aber einige Wochen zu früh da war kraxelte ich eben einfach hinauf und genoss die wunderbare Aussicht.

Danach ging es immer weiter das Tal hinauf und als hätte ich’s geahnt, lag doch da immer noch der Winter auf der Lauer. Dieser frostige Geselle hat hier oben immer etwas mehr Durchhaltevermögen und packt die Natur einige Wochen länger mit seinen eisigen Fängen.

Den Höhenrücken entlang wanderte ich weiter zu dem vom Roten Fluss gespeisten Vogtlandsee. Einem künstlich angestauten etwa 6 Hektar grossen Moorsee, an dessen offenen Stellen sich schon fröhlich schnatternd einige Wild- entenpärchen auf Futtersuche begaben.

Aber auch hier kämpfte der Frühling mit aller macht um sein Vorrecht und so musste ich einige male einen Bogen um die aus den Wäldern drängenden Schmelzwasserströme machen, die mir ein direktes Weiterkommen verwehrten.

Sicher werdet ihr euch schon gefragt haben: “Warum ist hier so viel Rot in den Namen?” Das ist leicht zu erklären. Die Berge betreffend liegt das an den Vorkommen des rötlich schimmernden Eisensteins. Die Flüsse verdanken ihrem Quellgebiet Name und Farbe, denn aus diesem Hochmoorgebiet tragen sie das im Wasser gelöste Humin heraus das ihnen diese typische Färbung gibt.

So folgte ich also talabwärts dem Roten Fluss nach Tannenbergsthal, wo mich der Wettergott ein bisschen ärgern wollte. Doch der alten Weisheit vertrauend: “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung” Konnte ich wohlbehütet, diesen Regenschauer gelassen durchwandern.

In Tannenbergstal angekommen ging es die Zwickauer Mulde aufwärts am Thierbach entlang zur Radiumquelle am Thierberg wo ich eine ausgiebige Mittagsrast einlegte. Eine geschützte Rastmöglichkeit findet man hier an vielen Aussichtspunkten und Wegkreuzungen, so das auch solch lange Touren leicht zu erwandern sind.

Ausgeruht und gestärkt ging es dann über den Thierberg weiter nach Hammerbrücke. Dieser, auf einer von Moorwiesen durchbrochenen Hochebene liegende Ort, ist mit seinen sanften Hügeln ein Teil der Wasserscheide Elster - Mulde.

Diese weite Ebene durchwandernd kam ich an der Bauernschänke vorbei zur Rißbrücke. Diese verdankt ihren Namen dem kleinen Bach der einige Meter unter ihr fliesst und wirklich wie ein Riß in der Landschaft den Waldboden durchschneidet. In der Nähe seiner Mündung in die Weise Göltzsch,

stürtzt sich dieses Bächlein über einige Felskaskaden an den Rißfällen etwa 30 Meter in die Tiefe.

Der an seinem Ende befindliche Floßteich ist ein Zeugnis der früher allgegen- wärtigen Scheitholzflößerei in dieser Region. Dieses Schauspiel kann man noch regelmässig einige male im Jahr in dem in der Nähe liegenden Ort Muldenberg erleben.

Dem sanften Gefälle der Weisen Göltzsch folgend, kam ich dann auch an der

1923 errichteten Sprungschanze vorbei. Dem Bewuchs nach zu urteilen wird diese aber sicher schon viele Jahre nicht mehr genutzt.

An der Göltzschtalmühle öffnete sich dann das Tal und ich war wieder fast am Start meiner Wanderroute. Die Sonne blinzelte inzwischen hier und da durch die Wolken und so genoss ich die letzten Meter auf dem Strandweg an der Talsperre Falkenstein entlang, der mich wieder zu meinem Ausgangspunkt zurück führte.

Bis bald euer Zugvogel Andreas

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