Männerurlaub im Riesengebirge

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...endlich war es so weit! Am 26. Juni starteten wir unseren lange ersehnten Männerurlaub in’s Krkonose (Riesengebirge). Ohne große Erwartungen steuerten wir unser Quartier, das Hotel Hvezda, in Pec pod Sneczkou an. Was uns dort erwartete war aber viel, viel mehr als der supermini Sommerreisepreis erahnen lies, daher von dieser Stelle noch mal ein riesiges Dankeschön an unsere Gastgeber, die uns fleissig umsorgten und mit landestypisch guter Küche verwöhnten!!! (Leider kann mein Rechner kein Tschechisch und daher fehlen hin und wieder mal die Sonderzeichen in den Eigennahmen der Orte.)

Der Ort Pec liegt im südöstlichen Teil des Krkonose, am Fuß der Snezka (Schneekoppe), im malerischen Tal der Upa auf 756m Höhe. Der Ortsnahme rührt aus der Zeit des Bergbaus und der Verhüttung von Eisen- und Kupfererz, er bedeutet Ofen

Unsere erste Wanderung zum Einlaufen führte uns auf leichten Wegen von Pec nach Süden. Den Schatten der Täler verlassend bot sich uns zum ersten mal bei Super - Sommer - Sonnenschein ein beeindruckender Ausblick auf die höchsten Gipfel des Krkonose, die später noch ziel unserer Wanderungen sein sollten. So schlenderten wir also gemütlich von Baude zu Baude bis zu unserem Ziel dem 1299m hohen Cerna Hora (Schwarzer Berg). Auf dem Rückweg durchquerten wir eines der größten Hochmoore des Krkonose das Cernehorske raseliniste. Mein kleiner Mitwanderer hat dabei insgesamt 1342 Schritte über solche Holzbohlenwege gezählt. An den Steilhängen mit freier Sicht nach Nordwesten konnten wir bis zur Jizera dem höchsten Gipfel des Isergebirges blicken.

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Wanderung Nummer Zwei führte uns von Spindleruv Mlyn (Spindlermühle) zur Pramen Labe (Elbquelle). Die ersten 400 Höhenmeter bezwangen wir, in Anbetracht des langen Rückweges durchs Elbtal, ganz bequem im Sessellift auf den 1234m hohen Medvedin. Dort konnten wir über den Zelezny (Eisenberg) hinweg am Horizont die Snezka sehen, ehe wir die Hochebene zur Elbquelle durchquerten. Den Rand der Quelle zieren die 24 Wappen der Städte durch welche die Elbe auf ihrem Weg zur Nordsee fließt. Am 1386m hohen Ziel unserer Wanderung genossen wir in der Labska bouda bei einem kühlen Trunk den grandiosen Blick ins Labsky Dul. Den Steilabstieg hinunter und dem munteren Plätschern der Labe folgend landeten wir zufrieden und müde am Ausgangspunkt unserer Wanderung.

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Als Belohnung für unsere eifrig zurückgelegten Höhenmeter gönnten wir uns einen entspannten Ausflug in den Zoo nach Dvur Kralove, mit seinem 60ha großen Freigehege. Berühmt ist der Safaripark durch seine erfolgreiche Nachzucht afrikanischer Huftiere und Breitmaulnashörner. 90% der in Zoos gehalten Breitmaulnashörner stammen aus dem hiesigen Nachwuchs. Bedingt durch die Sommerhitze suchten sich die meisten Tiere ein schattiges Plätzchen, so auch die Zebraladys die sich zu einem kleinen Schwätzchen trafen. Im ehemaligen Schloß findet sich die Parkverwaltung und eine interessante Ausstellung.

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...Tag Vier ...nach einem ausgiebigen Frühstück vor Kraft und Übermut strotzend nahmen wir den Höhepunkt unserer Touren in Angriff. 846 Höhenmeter lagen bis zum Gipfel der Snezka vor uns. Die Gewitter der Nacht hatten noch einige düstere Wolken übrig gelassen, doch der Erfahrung der Einheimischen vertrauend liefen wir dennoch los und wurden gegen Mittag für unseren Mut mit einem kühlen Lüftchen und Sonnenschein belohnt. Die atemberaubende Weite und Ruhe dieser Gegend, gab uns das Gefühl unbändiger Lebensfreude und die Erfahrung dem Himmel ein Stück näher zu sein. Aber vor den Erfolg hat...

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...der Herr bekanntlich die Mühen und den Fleiß gesetzt. Stück für Stück dem Ziel näher kommend nahm der Gipfel an Eindruck und Größe deutlich zu. Schritt auf Schritt nahmen wir dann den Steilaufstieg über die Geröllfelder wacker in Angriff und konnten am Gipfel auf 1602m ein Panorama geniessen, das seines Gleichen sucht. Den Abstieg haben wir uns dann etwas erleichtert und so fuhren die zwei Zugvögel nach halber Strecke die letzten Höhenmeter mit der Seil- bahn ins Tal. Die dort wartende Zielprämie weckte ungeahnte Kräfte in meinem Jungen. Die letzten 300 Meter mußte ich ihm im Laufschritt hinterher sausen, denn die Freude auf die Sommerrodelbahn war unbändig.

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So hatten wir also pünktlich zum Wetterumschwung unsere Ziele in die Tat umgesetzt und konnten gelassen dem Regen und den Gewittern davonfahren. Nun widmeten wir uns etwas der tschechischen Kultur und Historie. In der Stadt Nachod wacht seit dem 13. Jahrhundert eine Grenzburg die bis 1614 im Stil der Renaissance umgebaut wurde. Fast verfallen und kaum noch ansehnlich wurde in unermüdlicher Kleinarbeit seit 2001 das ehemalige Schloss der Grafen von Schaumburg - Lippe in altem Glanz wieder hergerichtet. Der Blickfang auf dem Marktplatz ist die aus dem 14. Jahrhundert stammende St.- Laurentius - Kirche. Die beiden Holzschindel gedeckten Türme werden im Volksmund Adam und Eva genannt.

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Im Tal der Labe fanden wir dann in Kuks noch einige bauliche und bildhauerische Meisterwerke. Im Auftrag des Reichsgraf Franz Anton von Sporck errichtete der italienische Architekt Alliprandi ein Kurbad an den Ufern der Labe. Beeindruckend ist das rechtsseitig entstandene Spital mit der Apotheke von 1711 der Kirche und den barocken Plastiken des Bildhauers Matthias Bernhard Braun. Diese zwischen 1715 und 1718 geschaffenen Skulpturen verkörpern die Tugenden und Laster der Menschheit und spielen spannungsreich mit der genialen Architektur Alliprandis. Nicht weit entfernt in der Nähe des Ortes Stanovice (Stangendorf) findet sich mitten im Wald ein ebenfalls von diesem Bildhauer geschaffener Skulpturen - Park. Die ca. 30 Plastiken verdanken ihren Namen der dortigen Krippen - Skulptur. Die Stätte trägt den Namen Betlem (Bethlehem). Nach diesem Abstecher in die Geschichte liesen wir unseren Urlaub mit einem entspannten Badetag ausklingen. Mit reichlich Wehmut schon wieder fort zu müssen, aber der Gewissheit im Herzen “Wir kommen wieder!” ging unser Männerurlaub zu Ende.

...bis bald Euer Zugvogel Andreas

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