Was bewegt jetzt jemand diesen Weg zu gehen und seine Familiengeschichte hier aufzuschreiben? Es ist die Besinnung auf die Wurzeln der Familie, ihre geschichtlichen Hintergründe, ihre Entwicklung weit über die Grenzen des Vogtlandes hinaus und die Anregungen die sich daraus ergeben.

Natürlich geht so etwas nicht ohne Hilfe! Deshalb mein Dank schon mal im Voraus an Rüdiger Schulz, der über Jahre geforscht hat und daraus ein ganzes Buch über unsere gemeinsamen Vorfahren geschrieben hat. Wobei ihn viele eifrige Forscher aus dem Vogtland tatkräftig mit Informationen versorgten. An Rolf Schultz der mir sehr viel Wissenswertes über die Fröbersgrüner Geschichte der Schultz’ens übermittelt hat und nicht zuletzt an Art Nielsen dem es gelungen ist über den Ozean hinweg den Weg seines Familienzweiges von Alberta/Kanada bis nach Fröbersgrün zurück zu verfolgen.

Die erforschte Familiengeschichte der Schultz’ens reicht bis ins Jahr 1605 zurück, anfänglich zwar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aber ab 1648 eindeutig nachweisbar. Erschwert wurde die Forschung zusätzlich durch die unterschiedlichen Schreibweisen unseres Familiennamens, von Schultes über Schulz bis Schultz findet man die Einträge, die aber nachweislich zu ein und der selben Familie gehören. So formte sich eine über 400 Jahre währende Familiengeschichte. Das man diese gigantische Zeitspanne nicht in drei Sätzen verpackt einfach mal so in den Raum schmeißt ist sicher verständlich. So habe ich mich entschieden immer Stück für Stück ein Kapitel nach dem Anderen anzufertigen und hier einzustellen. Es wird auch nicht möglich sein im Rahmen so einer Seite eine vollständige Chronik zu präsentieren, daher beschränke ich mich auf die wichtigsten Eckdaten unserer Geschichte um einen essentiellen Abriss dieser zu verfassen.

...die Anfänge

Wie in vielen Familienstammbäumen so ist es auch bei uns schwierig gesicherte Daten aus der Zeit vor dem dreissigjährigen Krieg (1618-1648) zu finden, da in dieser Zeit viele Kirchenbücher und Aufzeichnungen ein Raub der Flammen wurden. So gibt es vom 27.07.1605 einen Nachweis über einen Peter Schultes, der als Schafknecht in den “Dürren Hof” in Oberböhmsdorf bei Schleiz einheiratete. Wo ihm seine Frau Catharina Drechsel am 21.09.1605 ein Töchterlein namens Eva gebar. Es ist sehr Wahrscheinlich das dieser Peter Schultes unser erster bekannter Vorfahr ist. Da auf diesem “Dürrhof” nachweislich von 1648 bis etwa 1800 Schulzens als Schafknechte und später Schäfermeister tätig waren.

Der Weg der Wahrscheinlichkeit führt uns von Peter zu Hans Schulz, er taucht Anfang der 1640er Jahre als Schäffer uff dem dürren Hof” auf und könnte der Sohn Peters gewesen sein. Hans wurde 1642 seine Tochter Catharina geboren und 1647 ein Sohn, dessen Name sich nicht in den Taufeintragungen findet. Es dürfte sich aber bei ihm um Peter Schulz II handeln.

...ab dem Jahr 1684

Der 30- jährige Krieg ist gerade 36 Jahre vorbei, die Türken wurden vor einem Jahr kurz vor Wien geschlagen. Hier beginnt der faktisch verbürgte Teil unserer Familiengeschichte.

Im September diesen Jahres erblickte Georg Peter (I) Schultz das Licht der Welt. Leider fehlt hierzu der Eintrag in den Kirchenbüchern aber es ist anzunehmen das er in Oberböhmsdorf geboren wurde, wo ja sein Vater bis 1690 auf dem Dürrenhof lebte. Vermutlich aus Gründen der Ausbildung zog Georg Peter (I) nach Oschitz, dort findet sich 1704 der Eintrag einer Patenschaft, des als Schafknecht tätigen 20- jährigen.

Acht Jahre später 1712 heiratete er in Oschitz, die aus Dittersdorf stammende, Elisabeth Dietz.

“Dienstag, den 4. Dec. ist Georg Peter Schultz zukünftiger Schaafmeister auf dem Dürren Hofe bisher gewesener Meisterknecht auf hießigem kalten Schaafhofe, weyl. Peter Schultzens auf dem dürren Schafhofe hinterlassener eheleibl. Sohn und Jgfr. Elisabeth, Christoph Dietzens Schafmeisters zu Dittersdorf eheleibliche Tochter nach gehaltener Hochzeits Predigt copuliert worden Texty Ef. 43, 14,15,16 Ich will sie auf die beste Weyde führen...”

Sicher wählte der Pfarrer diese Bibelstelle mit bedacht, denn bezüglich der “besten Weyde” könnte schon auf den geplante Umzug als Schafmeister auf den Dürrenhof angespielt worden sein. Dort findet sich bereits am 04.07.1713 der Geburtseintrag seines Sohnes Georg Peter(II) als er bereits wieder Schäffer uffm dürren Hoff” war.

Bei diesem Dürren Hof müsste es sich um die Schäferei des Kammergutes Schleiz handeln, die als Vorwerk in mitten des Ortes Oberböhmsdorf lag und sich im Privatbesitz des Fürsten befand. Dessen Pächter war zu dieser Zeit Niclas Rüdiger der im Taufregister als Pate Georg Peters (II) auftaucht und als hoch Adelicher Pächter alhier” genannt wird. Das sicher gute Verhältnis Georg Peters (I) zu seinem Arbeitgeber spiegelt sich in dieser Patenschaft wieder. Dieser Hof spielt in der Geschichte der Schultzens eine große Rolle, da immer wieder Schultzens als Schäfer und Schafmeister hier auftauchen.

Die Reihe der Paten ist sehr aufschlussreich, da es sich ausschliesslich um Schäfer und deren Angehörige handelte. Was sich in den Folgejahren fortsetzte. Selbst der Pächter Niclas Rüdiger dürfte einer solchen Schäferfamilie entstammen, da in einer Steuerliste von 1604 ein Georg Ruediger als Scheffer uffm Durrenhoff” in Bemsdorf genannt wird. “Man blieb also bei seinem Stand und unter sich”, was auch spätere Hochzeiten betraf.

Georg Peter (I) starb am 03.06.1752 in Oberböhmsdorf und sein Sohn Georg Peter (II) ist das nächste Bindeglied unserer Geschichte.

Georg Peter (II) wurde am 04.07.1713 in Oberböhmsdorf geboren und heiratete im Oktober 1734 in Mühltroff Susanna Pätz aus Schillbach. Ihnen wurden in der Folgezeit mehrere Söhne geboren. Der Erste, Georg Peter (III), erblicke am 17.07.1735 das Licht der Welt. Er führt die Göttendorfer Linie von Rüdiger weiter. Der dritte Sohn, Johann Georg, wird als Taufpate eines Enkels als: Johann Georg Schultz, Mstr. Georg Schultzen, Schafmeister in der Mühltroffer Schäferung ehel. dritter Sohn , ein Junggeselle genannt. Georg Peter (II) selbst erscheint 1757 als Schäfer in Mühltroff und tritt letztmalig als Schafmeister, in Form des Taufpaten für seinen Enkel Johann Gottlieb, in Erscheinung.

...die Fröbersgrüner Linie

So kommen wir nun zu Georg Peters (II) Zweitgeborenen, Johann Gottlieb (Sen.) Schulz. Dieser wurde am 19.05.1744 in Mühltroff geboren. Leider fehlt die genaue Geburtsverbindung in den Kirchenbüchern, aber Ort, Zeit und Patenschaft seines Sohnes lassen keinen Zweifel an dieser Verbindung. Somit sind wir mit ihm an Beginn des Fröbersgrüner Familienzweiges.

Dieser Johann Gottlieb(Sen.), Pächter der Ökonomie bei dem Kurfürstlich Sächsischen Amte Pausa, erwarb, gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Karl Christoph Biedermann, unter großen Streitigkeiten von Christian Friedrich Penzel 1794 das Rittergut Fröbersgrün. Der Streit um diesen Verkauf wurde am 03.10.1796 mit einem gerichtlichen Vergleich beigelegt.

Am 09.03.1777 wurde ihm sein Sohn Johann Gottlieb Schultz (Jun.) geboren. Dieser Erwarb am 18.09.1799 eine Hälfte des Rittergutes von seinem Schwager Karl Christoph Biedermann. Johann Gottlieb (Jun.) heiratete am 12.05.1804 Anna Magdalena Roßbach, geboren am 20.09.1779 in Oberbergen(bei Adorf).

Anna Magdalena war ihrerseits die Tochter von Johann Georg Roßbach, Rittergutsbesitzer in Bergen (bei Adorf). Dieser Zweig unserer angetrauten Vorfahren lässt sich, in direkter Linie, bis 1613 zurückverfolgen.

...kleiner Abstecher in die Rittergutsgeschichte

Heinrich Reuß von Plauen der Jüngere “Herr zu Greiz und Kranichfeld, belehnt am Montag nach Oculi 1525 Ambrosius von Uttenhofen mit dem Sitz und Vorwerk zu Froberßgrun als Mannlehen”; “zu sampt eynem wusten guth, mit Egkern, wiesen, holzern, puschen, teichen, teichsteten, Vihetrifften, weyden...” so wie dies alles vorher “seyn Vater Bernhard von Uttenhofen und seyn Erben” von den Reußen zu Lehen gehabt haben.

So beginnt die verbürgte Geschichte des Rittergutes Fröbersgrün. Zur Entstehung finden sich bei Dr. Hüllemann ( Die Geschichte der Rittergüter Reuss ältere Linie) einige interessante Daten. Das Gut entstand sehr wahrscheinlich als Vorwerk des grösseren Rittergutes zu Cossengrün. Da Ende des 15. Jahrhunderts beide Güter im Besitz derer von Uttenhofen waren und beide auch gemeinsam ein Ritterpferd zu stellen hatten, liegt diese Annahme sehr nahe. Des weiteren wird in einer Regierungsbemerkung erklärt, daß das Rittergut Fröbersgrün aus zwei ehemaligen Bauerngütern bestehe. Das Gut ist damit deutlich jünger als die größere Amtsgemeinde Fröbersgrün (1366).

In der Beschreibung des Rittergutes durch Pfarrer Rein in der Kirchengalerie vom Jahre 1842 wird darauf verwiesen, daß zum Rittergut acht Häusler als Untertanen, die Erbgerichtsbarkeit und die niedere Jagd gehören.

Seinen eigenen Gemeindebezirk verliert das Gut im Jahre 1873 durch Inkommunalisierung, da Johann Anton Ludwig Schultz den Antrag auf Exkommunalisierung versäumte. Ein späterer Antrag wurde zwar von der Regierung wohlwollend bewertet, scheiterte aber daran, daß die Gemeinde Fröbersgrün alle gegebenen Rechtsmittel für sich auszunutzen suchte. Somit wird laut Regierungsbeschluß vom 16. Mai 1873 das Rittergut Fröbersgrün mit seinen Häuslern der Ortsgemeinde und bisherigen Amtsgemeinde Fröbersgrün einverleibt.

Das Gut wird letztmalig am 1. Juni 1906 an Reinhard Anton Schultz verkauft. Dieser wird am 15. August 1906 von der Regierungs- und Lehnskurie belehnt. Seine Eltern behalten sich einen Gutsauszug auf Lebenszeit vor. Das Rittergut ist zum Erbhof geworden.

Fortsetzung folgt....

Familiengeschichte

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