Schulgeschichte

...der Anfang vor über 450 Jahren

Die Aufnahme des Schulbetriebes in Fröbersgrün ist dem humanen Ideengut der Reformation zu verdanken. Die Vision, allen Menschen das Lesen der Heiligen Schrift zu ermöglichen und damit das ethische und moralische Niveau der Zeit zu verbessern, dürfte zum Einrichten der Schule geführt haben. Der erste Hinweis darauf findet sich 1560 in den Fröbersgrüner Kirchenbüchern. Damals war Johannes Bauermann als Lehrer tätig.

Die Schule im Dorf befand sich viele Jahre im Zentrum des Ortes in unmittelbarer Nähe der Kirche, der sie auch sonst zugeordnet war. Sie war eines der wenigen öffentlichen Gebäude. Die Dorfgemeinschaft schuf und nutzte sie und war auch für die Unterhaltung verantwortlich.

In unserem Kirchspiel, das aus den Dörfern Fröbersgrün, Bernsgrün und Eubenberg bestand, war anfangs vermutlich aus finanziellen Gründen nur eine Schule vorhanden. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bekam Bernsgrün dann eine eigene Schule.

Andauernde Geldknappheit war ein Wesenszug, der sich durch die gesamte Schulgeschichte zog, und das Tempo des schulischen Fortschritts bestimmte. Dennoch entwickelte sich die Schule erfolgreich weiter, der gebotene Lehrstoff wurde erweitert und besser ausgebildete Lehrer wurden eingesetzt. Mit dem Neubau der Schule 1902 erreichte das Schulwesen im Ort seinen Höhepunkt.

Pfarrer und Kirchschullehrer waren über Jahrhunderte die mit Abstand gebildetsten Menschen in der vorwiegend bäuerlichen Umgebung. Sie setzten nicht allein durch die Autorität ihrer Ämter Normen und Werte, sondern auch durch das Leben und Wirken in der dörflichen Gemeinschaft.

Der Lehrer hatte neben seiner eigentlichen Lehrfunktion viele weitere Aufgaben. Vor allem war er für die Organisation des regelmäßigen Gottesdienstes und die Vorbereitung kirchlicher Feste zuständig. Dazu wurden auch die Schulkinder herangezogen. Auch in die Vorbereitung und den Ablauf von weltlichen Festlichkeiten sowie in das bescheidene Kulturleben war der Lehrer sehr stark involviert.

...neue Wege zur Jahrhundertwende

Der 1889 gegründete Schulvorstand zog im Jahre 1899 auf Grund starker baulicher Mängel an Klassenzimmer und Lehrerwohnung den Bau eines neuen Schulgebäudes in Erwägung. Das dafür benötigte Grundstück erwarb die Gemeinde von Gutsbesitzer Christian Frotscher für 1 Mark /m².

So konnte 1901 nach Entwürfen des Mohlsdorfer Baumeisters Daßler durch dessen Firma der Bau begonnen werden und schon am 2. November 1901 feierte man Richtfest . Nach der endgültigen Fertigstellung konnte die Schule am 10. August 1902 mit einer grossen Einweihungsfeier der Gemeinde übergeben werden.

Damals wurden 62 Kinder in zwei Klassen unter der Obhut von Schulleiter Heinrich Gruner in den folgenden Fächern unterrichtet: Religion, Deutsch, Rechnen, Geographie, Geschichte, Schönschreiben und Singen. Diese wurden 1919 durch den Zeichenunterricht ergänzt.

1927 wird für den Handarbeitsunterricht eine Nähmaschine benötig, diese wurde durch die Firma Singer für 100 Reichsmark zur Verfügung gestellt, die Bezahlung solle erfolgen wenn die verfügbaren Mittel es zulassen.

So ging es Stück für Stück weiter die Schule wurde modernisiert und erweitert wodurch Umfang und Niveau der Bildung kontinuierlich anstiegen. Bis Anfang der fünfziger Jahre das Ende der kleinen Dorfschulen eingeläutet wurde

...Abschied ohne Wehmut

Das weiter steigende Niveau der Bildung konnte in den kleinen Dorfschulen nicht mehr umgesetzt werden, so kam es das 1951 die 8. Klasse als erste in die Syrauer Schule umgesiedelt wurde. Bis 1960 folgten noch mehrere andere Klassen so das ab 1961 nur noch die Erst- und Zweitklässler unter der Obhut von Therese und Hans Stöcker in Fröbersgrün unterrichtet wurden.

Mit Ende des Schuljahres 1968 schloss das Kapitel Dorfschule Fröbersgrün für immer und der Lehrbetrieb wurde eingestellt.

Das inzwischen in Privatbesitz übergegangene und wunderbar sanierte Gebäude diente zwischenzeitlich als Gemeindeamt, Bücherei, Kindergarten, Aushilfsverkaufsstelle und Veranstaltungsraum der Fröbersgrüner Bevölkerung.

...kleines Fazit

Die andauernden Geldsorgen, die das Schulsystem einst wesentlich prägten, sind uns in der Gegenwart erhalten geblieben, wenn es auch in der reichen Glitzerwelt von heute unverständlich erscheint. Oder wird das vorhandene Geld nur falsch eingesetzt?

Bleibt uns die Hoffnung, das die richtigen Konsequenzen aus dem mangelhaften Leistungsniveau der Schüler hierzulande im Vergleich der Industriestaaten und aus der Gewalt an den Schulen schnell gezogen werden. Vielleicht liegt es auch an fehlenden oder falschen Werten und Visionen für die Gemeinschaft.

 

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