Ortsgeschichte

...so ging’s irgendwann mal los!

Auf erste menschliche Spuren im Raum Fröbersgrün weist der Fund eines urzeitlichen Walzenbeiles hin. Dies steht aber sicher nicht im Zusammenhang mit der späteren Besiedelung. Für die Gründung unseres Ortes gibt es leider keinen direkten geschichtlichen Nachweis. Sollte ihn zufällig jemand zu hause im Aktenschrank haben bitte melden.

Fröbersgrün ist eine typische durch Rodung entstandene Waldhufenflur, die Ortslage bezeichnet man als Kurzreihendorf. Flur und Ortsform haben sich über die Jahrhunderte kaum verändert. Die Ortsgründung ist auf die Förderung der Deutschen Kolonisation durch die Vögte von Weida und die Herren von Lobdeburg zu Elsterberg zurück zu führen. Diese betrieben Ende des 12. Anfang des 13. Jahrhunderts die Besiedelung grosszügig und planmässig.

Zu diesem Zwecke beriefen sie Lokatoren. Ihnen wurden Gebiete für die Besiedelung zugeteilt und ihre Aufgabe war die Anwerbung der Bevölkerung sowie die Leitung der Ansiedelung. Viele von ihnen liessen sich im jeweiligen Ort auch nieder, gaben ihm ihren Namen und begleiteten danach das Amt des Richters. Die Bevölkerung, die sich in Fröbersgrün ansiedelte, stammte wahrscheinlich aus dem Raum Mittelfranken. Die gesichertste Erklärung für den Ortsnamen ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Dabei könnte es sich um die Gründung eins Froibert oder Fröbisch handeln, der als Lokator tätig war.

Eine zweite Möglichkeit, die aber weniger stichhaltig ist, soll aus alten Handschriften hervorgehen. Danach hiess der Ort Frevensgruen bzw. Frewersgruen, das soll “unserer lieben Frauen” bedeutet haben. Dies steht im Zusammenhang mit einer Betkapelle, die der “unbefleckten Jungfrau Maria “ geweiht war. Zu dieser wallfahrten in grauer Vorzeit Frauen, deren Kindersegen ausblieb.

Tja Geschichte und Geschichten es ist ein weites Feld aber ein schmaler Grat auf dem man sich dabei bewegt. Die erste Urkundliche Erwähnung von Fröbersgrün stammt aus dem Jahre 1366, damals wurde der Ort als “Fröberssgrun” erwähnt.

... unsere Landesherren

Es war schon ein ganz schönes hin und her, das unser Ort erlebte. Die damaligen Landesherren waren finanziell gesehen auch nicht immer so erfolgreich. So kam es, das zu dieser Zeit so manches Dorf den “Besitzer” wechseln musste, um der Landesherren Schulden zu tilgen. Tja die Obrigkeit lebte damals eben auch schon auf zu grossem Fusse.

Nun aber wieder zurück zu den historischen Fakten. Wie in der Gründungsgeschichte erwähnt, stammt die erste urkundliche Erwähnung des Ortes vom 16. März 1366. Damals gehörte Fröbersgrün zum Elsterberger Gebiet. Zwischen 1366 und 1394 viel Fröbersgrün an die Herren von Reuss. Im Teilungsvertrag der Herrschaft Greiz im Jahre 1449 wurde der Ort der Herrschaft Greiz Hinterschloß und später dann Obergreiz zugeschlagen. In diesem Vertrag wird unser Ort als “Fröbrisgrün” erwähnt.

Während der Reformation wird von Spannungen zwischen dem Pfarrer von Elsterberg und den Geistlichen des Umlandes berichtet. In einem Schreiben dieses Pfarrers an den Sächsischen Kurfürsten (1527) wird der Ort als “Froeberßgruen” erwähnt. Offiziell wurde die Reformation in der Herrschaft Obergreiz 1533 eingeführt.

Von der Teilnahme am Bauernkrieg ist nichts bekannt. Der Grund dafür dürften die geringe Abhängigkeit und Belastung der freien Bauern von Fröbersgrün durch Feudalherren und Kirche sein.

Als Ergebnis des Schmalkaldischen Krieges wurde 1549 Burggraf Heinrich IV. von Meißen durch den König von Böhmen als Landesherr eingesetzt. Die Reussen erlangten erst 1562 ihre Herrschaft zurück.

1564 wurde die Herrschaft Reuss unter den Brüdern aufgeteilt, dabei kam Fröbersgrün zur “mittleren Linie” und später dann zur “älteren Linie”. Dort blieb der Ort bis 1918.

... harte Zeiten

Ja, auch Fröbersgrün hatte unter den viel zu vielen Kriegen in der europäischen Geschichte zu leiden.

Der Dreissigjährige Krieg 1618-1648 brachte für den Ort so grosse Belastungen, das dessen Existenz erschüttert wurde. Im Dezember 1627 wurde als erste Einquartierung in der Herrschaft Greiz eine Kompanie Kürassiere aus Wallensteins Armee nach Fröbersgrün beordert. Das hat sich wahrscheinlich später fortgesetzt, denn ein Rittmeister beschwerte sich damals, über in Fröbersgrün vorgesetztes verdorbenes Fleisch.

In den Wirren dieses Krieges sind auch die Kirchenbücher abhanden gekommen und die Bevölkerung musste in die umliegenden Wälder flüchten, wo auch Gottesdienste, Taufen und Beerdigungen stattfanden. Den traurigen Höhepunkt in dieser Zeit, dürfte 1632 der Durchzug der marodierenden Holk`schen Truppen darstellen. Durch diese wurde die Be- völkerung sehr stark dezimiert und nahezu an den Bettelstab gebracht.

Ende des 17. Anfang des 18. Jahrhunderts kam es im Oberland (Umgebung von Fröbersgrün) mehrfach zu Bauernerhebungen, denn die Belastungen für Hofhaltung und Ausbau der Herrschaft wurden damals unerträglich.

Aus den Jahren 1714/18 ist auch der Widerstand der Fröbersgrüner gegen eine ungerechte Steuer überliefert. Danach verweigerten die Menschen der umliegenden Dörfer die Zahlung und beschwerten sich beim Kaiser. Erst der Einsatz des Militärs konnte die alte Ordnung wieder herstellen. Unter den ergriffenen Anführern war auch ein Fröbersgrüner.

Im Deutsch - Französischen Krieg 1870/71 wird von einem Gefallenen berichtet, dessen Familie zur Unterstützung eine Schankkonzession erhielt.

Im Ersten Weltkrieg kamen aus Fröbersgrün 12 Männer auf den Kriegsschauplätzen ums leben. Darunter auch mein Urgrossvater Reinhold Schultz.

Im Zweiten Weltkrieg und in der Folgezeit liessen insgesamt 31 Bürger ihr Leben.

Mögen also diese Zeiten der Trauer und des Leides für Fröbersgrün und seine Bürger endgültig der Vergangenheit angehören, aber nie in Vergessenheit geraten.

... die neueren Zeiten

Im Zuge des Aufschwungs der Stickerei im Vogtland fand auch in Fröbersgrün rege Bautätigkeit statt, um die Lohnstickerei gewerblich betreiben zu können.

Die Herrschaft der Fürsten Reuss endete 1918 als der Ort zum Volksstaat Reuss kommt, der dann im Land Thüringen aufgeht.

Es gab auch damals schon ein reges Vereinsleben in unserem Ort, so gab es um 1930 neben der Freiwilligen Feuerwehr noch vier Vereine in Fröbersgrün: Den Männergesangsverein “Frohsinn” (gegr.1859) Den Militärverein (gegr.1885) Den Turnverein (ihn gibt es heute auch wieder) Und den Handwerksgesellenverein “Eintracht”

Am 16. April 1945 besetzen amerikanisch Truppen den Ort. Dabei wurden zwei Scheunen in Brand geschossen. Nach den Vereinbarungen der Konferenz von Jalta kommt Fröbersgrün am 1.Juli 1945 zur sowjetischen Besatzungszone. Durch die Besatzungsmacht kommt es zu Verschleppungen von Bürgern und Enteignungen von Grundbesitz.

Zwischen 1952 und 1953 kommt nach Auflösung der Länder Fröbersgrün zum Landkreis Greiz und danach zum neu gebildeten Landkreis Zeulenroda. Auf Betreiben der Einwohner wechselt Fröbersgrün dann zum Landkreis Plauen und somit in den Bezirk Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).

Durch staatlichen Druck erfolgte zwischen 1958 und 1960 die Kollektivierung der Landwirtschaft in Form der LPG. Damit gingen starke Veränderungen der Fröbersgrüner Flur einher.

Als 1969 die Zentrale Trinkwasserversorgung eingeweiht wurde , gab es bei der ganzen Sache einen kleinen Schönheitsfehler. Die Versorgung der Haushalte war noch nicht gewährleistet.

Die Ortsdurchgangsstraße ,die bis dahin nur ein besserer Feldweg war, erhielt 1971 erstmals einen grundhaften Ausbau und festen Belag. Leider nähert sie sich diesem Ursprungszustand jedes Jahr ein bisschen mehr!!! Also liebe Kreisverwaltung, es besteht Handlungsbedarf!!!

Nach der Wiedereinführung der Länder 1990 bleibt Fröbersgrün beim Landkreis Plauen und kommt damit erstmals zum Freistaat Sachsen. Kirchlich gehört der Ort auch heute noch zur Evangelisch - Lutherischen Landeskirche in Thüringen.

1991 ist Fröbersgrün Gründungsmitglied des Verwaltungsverbandes Rosenbach mit Sitz in Mehltheuer, und schliesst sich 1994 freiwillig verwaltungsmässig der Gemeinde Syrau an.

1996 wurde aus den bis dato bestehenden vier Landkreisen im Vogtland der Vogtlandkreis gebildet. Diesem gehört der Ort seit dieser Zeit an. Dadurch wurde auch ein bundesweites Novum geschaffen, denn der Vogtlandkreis ist die einzige Region in Deutschland die auf den Kfz-Kennzeichen nur einen Buchstaben vor dem Bindestrich hat, das V. Dies ist sonst nur für Grossstädte möglich.

 

Website Design Software NetObjects Fusion